Das Karriere-Magazin "absolut°karriere" veranstaltete vergangenen Mittwoch in der Stuttgarter Liederhalle eine Messe für Schüler der Oberstufe unter dem Motto "Wege in den Traumberuf Medien". In einer Podiumsdiskussion boten namhafte Experten aus der Branche wertvolle Hinweise für den Einstieg in den Journalismus.

Vertreten waren:

Der ARD-Auslandsreporter Matthias Ebert konnte leider nicht erscheinen, er meldete sich jedoch per Videobotschaft aus Libyen. Frau Brenninkmeyer war aber ein gebührender Ersatz für Herrn Ebert, konnte sie doch aus erster Hand berichten, wie man sich als Journalistin in einer Rundfunkanstalt bewähren kann. Hatte sie zunächst als Kabelträgerin gejobbt und in der Bildregie gearbeitet, hat sie es nun vor die Kamera geschafft.

Im Folgenden sammle ich die Erkenntnisse, die ich aus der Podiumsdiskussion gewonnen habe.

Was wird von einem Journalisten erwartet?

  • er sollte eine Vorbildfunktion haben, verantwortungsbewusst und weltoffen sein
  • er sollte sich gesellschaftlich engagieren
  • er muss kritisch hinterfragen und sich gut ausdrücken können
  • der Umgang mit Technik wie zum Beispiel Mikrofonen gehört zu den Grundlagen
  • er sollte neugierig und wissbegierig sein, er muss in der Lage sein mit wildfremden Menschen ins Gespräch zu kommen
  • was die Recherche angeht kennt er keinen "Feierabend", er ist ständig auf dem neuesten Stand
  • mindestens eine Fremdsprache ist Pflicht
  • er sollte in der Lage sein, sich in alle möglichen Themen einzuarbeiten, dennoch sollte er ein Fachgebiet haben, in dem er sich sehr gut auskennt
  • bei Interviews sollte er unerschrocken sein, sich die Fragen vorher genau überlegen und die Reaktionen des Gegenübers antizipieren

Was hilft beim Einstieg in den Journalismus?

  • ein Aufenthalt im Ausland wird sehr hoch angerechnet
  • viele Stiftungen bieten Stipendien an
  • Lokal- und Regionalzeitungen sind immer auf der Suche nach Reportern und sind daher eine gute Einstiegsmöglichkeit
  • Erfahrungen sammeln in der Schülerzeitungsredaktion oder bei Praktika in Redaktionen
  • im Rundfunk bei Castings teilnehmen und sich als "VJ" (Videojournalist) mit kleinen Filmen bewähren

Was wird geboten, was wird gefordert?

Axel-Springer-Akademie:

  • kombiniert Volontariat und Journalistenschule
  • Ausbildung dauert 2 Jahre
  • Schüler beteiligen sich an der "Welt kompakt"
  • Ausbildung erfolgt "crossmedial"
  • Möglichkeit, Fachrichtung nach Interessen, nicht nur nach eventuellen Erfolgschancen zu wählen
  • "journalistischer Stil" muss stimmen

Kölner Journalistenschule:

  • Abiturienten als Zielgruppe
  • Fokus auf Politik und Wirtschaft
  • Schulbesuch ist kombiniert mit VWL-Studium
  • Vermittlung von internationalen Praktika
  • crossmediale Ausbildung
  • Recherchieren von Texten steht im Vordergrund
  • auf 20 Plätze bewerben sich im Schnitt 110 Personen
  • Studiengebühren sind nach Einkommen der Eltern gestaffelt

Stuttgarter Zeitung:

  • zur Zeit vier Volontäre
  • diese arbeiten zunächst in der Online-Redaktion und kümmern sich um soziale Medien
  • eine wissenschaftliche Ausbildung jeglicher Art ist hier wichtig, es sollte aber auch Praxiserfahrung vorhanden sein

SWR:

  • kritische Grundhaltung gefragt, wenn man nicht in den Nachrichtenjournalismus geht ist eine Hochschulausbildung nicht zwingend nötig
  • kreative Bewerber haben die besten Chancen, man sollte immer das tun, was einem Spaß macht
  • ein breites Allgemeinwissen ist wichtig

Leider konnten nicht alle Fragen des Publikums beantwortet werden, es könnte sich jedoch lohnen sich die Websites der einzelnen Einrichtungen anzuschauen.